ratioplan revolutioniert Münchens Energieversorgung mit erstem privaten nachhaltigen Abwasserwärmeprojekt

Schwarze Rohrleitung mit einem Absperrventil, Teil eines Wärmetauschersystems. Im Hintergrund sind weitere blaue Rohre und Druckbehälter in einer industriellen Umgebung zu sehen.

Die ratioplan GmbH hat sich erneut als Vorreiter im Bereich der nachhaltigen Wärmeversorgung bewiesen. Für die Landeshauptstatt München setzt die Kommunale Wärmeplanung vor allem auf die thermische Grundwassernutzung. Was aber tun, wenn diese Wärmequelle auf dem eigenen Grundstück nicht nutzbar ist? Im Rahmen der letzten Eigentümerversammlung wurde mehrheitlich beschlossen, ein kaltes Netz mit Abwasserwärmetauschern zur Versorgung der Mehrfamilienhäuser in der Becker-Gundahl-Straße in München zu planen und umzusetzen. Dank der innovativen Technik wird der Standort künftig unabhängig von fossilen Brennstoffen und setzt stattdessen auf eine nachhaltige Lösung, die direkt vor den Häusern in einem großen Abwassersammler realisiert werden kann.

Der Projektverlauf und die Herausforderungen

Unser Projektleiter Martin Hajek erklärt: „Wir haben vor einiger Zeit eine Vorstudie durchgeführt, um die Wärmeversorgung in der Becker-Gundahl-Straße zu optimieren. Die drei betroffenen Mehrfamilienhäuser werden aktuell über einen gemeinsamen Gaskessel versorgt, von dem die Eigentümer jedoch wegwollen.“ Im Rahmen der Voruntersuchungen zeigte sich, dass der große Abwassersammler vor den Gebäuden ideal für die thermische Nutzung geeignet ist. Andere Umweltquellen wie Erdsonden oder Grundwasser stehen aufgrund der Lage und Platzverhältnisse nicht zur Verfügung.

„Die Dachflächen sind bereits mit Photovoltaikanlagen belegt, und es gibt auch keinen Platz für oberflächennahe Kollektoren“, ergänzt Hajek. „Der Abwasserkanal bietet jedoch eine nachhaltige Alternative und ermöglicht eine stabile und effiziente Versorgung mit Wärmeenergie, um die Gebäude langfristig unabhängig von fossilen Brennstoffen zu machen.“

Intensive Verhandlungen mit der Münchner Stadtentwässerung

Eine zentrale Hürde des Projekts stellte die Zusammenarbeit mit der Münchner Stadtentwässerung (MSE) dar, die als Partner für die Abwasserwärmenutzung involviert ist. Elias Bettrich, unser Geschäftsführer, erläutert: „Von Anfang an war klar, dass wir die vertraglichen Rahmenbedingungen intensiv verhandeln mussten. Der ursprüngliche Vertragsentwurf war voller Ausstiegsklauseln und Unsicherheiten, die wir mühevoll klären und optimieren mussten, um für beide Seiten eine sichere und nachhaltige Lösung zu schaffen.“ Die Verhandlungen mit der MSE und die technischen Prüfungen dauern weiterhin an, doch ratioplan bleibt zuversichtlich, dass die Herausforderungen gemeistert werden.

Abstimmung und Entscheidung: Die Eigentümer setzen auf Abwasserwärme

Bei dem entscheidenden Treffen in München kamen die Eigentümer zusammen, um die verschiedenen Varianten der Wärmeversorgung zu bewerten und eine Entscheidung zu treffen. Die Diskussion war lebhaft und umfassten viele Fragen, Bedenken und Vorbehalte seitens der Eigentümer, insbesondere in Hinblick auf die hohen Investitionskosten und die andauernde Vertragsgestaltung.

„Es war ein intensiver Austausch, aber am Ende war die nötige Mehrheit der Eigentümer von den technischen und wirtschaftlichen Vorteilen der thermischen Abwassernutzung überzeugt“, berichtet Hajek. „Die Eigentümer haben sich einstimmig gegen alle Varianten ausgesprochen, die weiterhin auf fossile Brennstoffe setzen, und sich dafür entschieden, dass wir die Abwasserwärmenutzung weiterverfolgen.“ Zudem wurden die Mittel freigegeben, um eine Abwassermessung durchzuführen und einen spezialisierten Juristen zu beauftragen, der den Vertragsentwurf der MSE prüft. Dies zeigt das Vertrauen der Eigentümer in die nachhaltige Lösung, die ratioplan vorschlägt.

Ein Leuchtturmprojekt für München

Sollte das Projekt wie geplant realisiert werden, wäre es abgesehen von der Anlage, die die MSE selbst betreubt, der erste Abwasserwärmetauscher im Stadtgebiet München, eine absolute Pionierarbeit für die ratioplan. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserem Fachwissen und unserer Erfahrung in der thermischen Abwasserwärmenutzung in München eine Vorreiterrolle einnehmen können“, so Elias Bettrich. „Mit diesem Projekt schaffen wir ein Beispiel für nachhaltige Wärmeversorgung, das weit über München hinaus Bedeutung haben wird und von unseren Bemühungen bei der Vertragsgestaltung werden alle Folgeprojekte in München provitieren können.“

Die nächste Projektphase wird die detaillierte Planung bis zur Leistungsphase 7 umfassen, um die Umsetzung noch im laufenden Jahr zu ermöglichen. „Unser Ziel ist es, im Frühjahr mit den Bauarbeiten zu beginnen und bereits in der nächsten Heizperioden alle Bewohner dieser Mehrfamilienhäuser mit Wärme aus dem Abwasserkanal zu versorgen“, sagt Hajek.

Fazit: Nachhaltigkeit, Kompetenz und Pioniergeist/h2>

Das Meeting in München verdeutlichte einmal mehr die Kernkompetenzen von ratioplan: nachhaltige Lösungen, technisches Fachwissen und ein hoher Einsatz für die Zukunftsfähigkeit der Energieversorgung. „Wir mit viel Skepsis empfangen und am Ende mit Applaus verabschiedet, was uns gezeigt hat, dass unsere Expertise und unsere ruhige, professionelle Herangehensweise überzeugt haben“, erzählt Martin Hajek.

Das Projekt ist nicht nur ein technischer Meilenstein, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Stadtentwicklung. ratioplan zeigt, wie innovative Wärmeversorgung mit nachhaltigen Mitteln im urbanen Raum realisiert werden kann – ein Projekt, das als Vorbild dienen könnte und die zukunftsorientierte Ausrichtung des Unternehmens unterstreicht.

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